22. Oktober 2018

Daumen hoch für All inklusiv - Ergebnisbericht 2015-2018

„Die Abschlussbilanz von „All Inklusiv“ kann sich sehen lassen. Über 300 Menschen mit einem Handicap haben sich an das Projekt gewandt. Dies zeigt, das „All Inklusiv“ einen Nerv getroffen hat. Während der Projektlaufzeit wurden insgesamt 118 Menschen mit einer körperlichen oder seelischen Beeinträchtigung in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit vermittelt. 502 potentielle Arbeitgeber wurden kontaktiert, 295 Stellen akquiriert und 253 Vorstellungsgespräche vereinbart.“ (Carsten Müller, Sozialdezernent Kreis Offenbach)

„All inklusiv kann eine positive Bilanz präsentieren: über 500 Arbeitgeberkontakte und die Vermittlung von 128 Menschen in Arbeit verdeutlichen, dass schwerbehinderte Menschen täglich ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und bei ihrer Arbeit Behinderung keine Rolle spielt! Nicht zuletzt hat die freiwillige Teilnahme am Projekt zu diesem Erfolg geführt. Hervorzuheben ist, dass sich 30 Arbeitgeber/innen eigenständig an das Projekt gewandt und nach geeigneten schwerbehinderten Mitarbeiter/innen gefragt haben.“ (Doris Barzen, Projektleiterin All inklusiv, Pro Arbeit Kreis Offenbach) 

„Das Projekt hatte eine Dynamik, die Arbeit war sehr lebendig. Ich würde das Projekt nochmal machen, Teile weiter nutzen. In der dreijährigen Zusammenarbeit haben wir auch gelernt, die Arbeit des Partners mit anderen Augen zu sehen. Das Projekt bot uns die Chance, Dinge auszuprobieren, die in einem „Regelgeschäft“ nicht zu schaffen sind.“ (Katja Apel, Management operative Umsetzung, Lebensräume Rehabilitationsgesellschaft).

Lesen Sie dazu auch die 28-seitige All Inklusive Broschüre.

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29. Juni 2018

Drei Jahre Projekt „All inklusiv“ mit großem Erfolg


Das in Stadt und Kreis Offenbach erfolgreiche Projekt „All inklusiv“ geht nach dreijähriger Laufzeit am 31.07.2018 zu Ende. Im Rahmen eines Abschlussforums mit rund 100 geladenen Gästen wurde das Projekt, das für Menschen mit Schwerbehinderung und ihnen Gleichgestellten, sowie für Arbeitgeber*innen ein ganzheitliches institutions- und rechtsübergreifendes Beratungs- und Förderkonzept bietet, am 04. Juni 2018 im Kreistagssitzungssaal in Dietzenbach vorgestellt und gefeiert.Kreisbeigeordneter Carsten Müller zog in seinem Grußwort Bilanz und würdigte den Einsatz und Erfolg der vier Projektpartner – Pro Arbeit Kommunales Jobcenter (AöR), MainArbeit Kommunales Jobcenter Offenbach, Agentur für Arbeit Offenbach und Lebensräume Rehabilitationsgesellschaft mbH.

Die Teilnehmer*innen erlebten mit Fachvorträgen, Podiumsgesprächen und „sichtbarer Musik“ einen spannenden Forumstag, den Andreas Winkel vom Hessischen Rundfunk moderierte und der vollständig in Gebärdensprache übersetzt wurde.


Das Projekt wird über das Programm der Bundesregierung zur intensivierten Eingliederung von Menschen mit Schwerbehinderung und ihnen Gleichgestellten gefördert. Zielsetzung war es, eine positive Veränderung der Beschäftigungsquote für diese Gruppe in Deutschland zu erreichen. Die Mittel hierfür stammen aus der von Unternehmen zu leistenden Ausgleichsabgabe. Bundesweit wurden dadurch 59 Projekte umgesetzt.

 

494 Arbeitgeber*innen wurden kontaktiert und 126 Menschen fanden eine neue Arbeit

Projektleiterin Doris Barzen, Pro Arbeit, konnte eine positive Bilanz präsentieren: bis Juni 2018 wurden 494 Arbeitgeber*innen kontaktiert und 124 Menschen in Arbeit vermittelt, die täglich ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen, so dass eine Behinderung keine Rolle spielt! Insgesamt konnten 318 Stellen akquiriert und 243 Vorstellungsgespräche mit Bewerber*innen geführt werden. Nicht zuletzt hat die freiwillige Teilnahme am Projekt zu diesem Erfolg geführt, in das 202 Teilnehmer*innen (Zielgröße 200) aufgenommen wurden. Hervorzuheben ist, dass sich 30 Arbeitgeber*innen eigenständig an das Projekt gewandt und nach geeigneten schwerbehinderten Mitarbeiter*innen gefragt haben.

Katja Apel, Lebensräume Rehabilitationsgesellschaft, berichtete von der operativen Umsetzung, die sie mit drei Mitarbeiter*innen steuert. Diese machen die Erfahrung, dass Arbeitgeber*innen, die selbst eine persönliche Erfahrung mit dem Thema „Behinderung“ mitbringen, deutlich offener für eine Einstellung schwerbehinderter Menschen sind.


Dana Kempe von der Arbeitsagentur Offenbach betonte den Erfolg des Projekts: jeder in Arbeit vermittelte schwerbehinderte Mensch ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft. „All inklusiv“ unterstützt Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen umfänglich: Information und Beratung, Erledigung aller Formalitäten, Trainee-Programm und Begleitung am Arbeitsplatz – auch nach der Festeinstellung begleiten die Mitarbeiter*innen bei Fragen und Herausforderungen. Über positive Rückmeldungen seitens der Arbeitgeber*innen konnte Verena Groh, MainArbeit, berichten, viele von ihnen hatten sich das Einstellungsverfahren komplizierter vorgestellt. Für sie war „das Leitmotiv des Projektes – Alles aus einer Hand – der Schlüssel zum Erfolg!“

 

Wenn Behinderung keine Rolle mehr spielt

Jörg Wagner, Klüh Care Management GmbH, und sein Mitarbeiter Rainer Giesen diskutierten auf dem Podium mit. Herr Giesen hat aufgrund einer Gehörlosigkeit einen GdB von 100 und suchte Unterstützung in dem Projekt. Zwischenzeitlich ist er seit mehr als einem Jahr als Sterilgut-Assistent an der Uniklinik in Frankfurt beschäftigt. Jörg Wagner ist mit „All inklusiv“ und seinem Mitarbeiter rundum zufrieden.


Laura M. Schwengber begleitete die Veranstaltung mit einer kurzen interaktiven Einführung in die Welt der Gebärdensprache. Damit machte sie darauf aufmerksam, dass Inklusion ein gesellschaftlicher Auftrag ist, für den alle Menschen Verantwortung übernehmen müssen.


Referent Aleksander Knauerhase ist selbst Autist, freiberuflicher Referent und Dozent in der Erwachsenenbildung zum Thema Autismus und Inklusion. Er macht auf die „andere Wahrnehmung und Reizfilterabweichung“ von Autist*innen aufmerksam – das gängige Hollywood-Klischee, Autist*innen seien grundsätzlich „inselbegabt“ und lebten in ihrer eigenen Welt, setzte er überzeugend außer Kraft.

 

In einem weiteren Programmteil nahm Jörg Heynkes das Publikum des Fachforums mit auf einen Blick in die Zukunft zum Thema 4. Industrielle Revolution und der damit verbundenen digitalen Transformation. Heynkes zentrale These ist, dass die Künstliche Intelligenz und humanoide Robotik unseren Alltag künftig grundlegend verändern werde.

 

In der moderierten Abschlussrunde diskutierten die Führungskräfte aller Projektpartner – Boris Berner (Pro Arbeit), Birgit Günther (Agentur für Arbeit), Mike Gräf (Lebensräume), Joachim Rumpf (MainArbeit) mit Jörg Heynkes und dem Publikum über die Herausforderung einer digitalisierten Welt für eine inklusive Gesellschaft. Überzeugend wurde dargestellt, dass, wenn sich die Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung ändert, diese am Arbeitsplatz keine negative Rolle mehr spiel

Lesen Sie zum Abschlussforum auch die Veröffentlichungen der regionalen Presse:

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2018, Arbeitzplätze für Schwerbehinderte gesucht.

Offenbach Post, 09.06.2018, Mit Vorurteilen aufgeräumt.

Frankfurter Rundschau, 10.06.2018, Erfolgreiches Inklusionsprojekt.

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24. Januar 2017

71 Schwerbehinderte in Arbeit vermittelt

Am 1. August 2015 startete ALL INKLUSIV, ein trägerübergreifendes Projekt, das die Beschäftigungssituation von arbeitslosen schwerbehinderten Menschen in der Region Offenbach verbessern soll.

ALL INKLUSIV ist auf 3 Jahre angelegt – es wird im Rahmen des „Programms der Bundesregierung zur intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen“ aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert. Projektpartner sind die Jobcenter in Stadt und Kreis Offenbach, Pro Arbeit und MainArbeit, die Agentur für Arbeit Offenbach sowie die LEBENSRÄUME Rehabilitationsgesellschaft, die das Projekt in der Praxis umsetzt.

Zeit für eine Zwischenbilanz. Für den Projektzeitraum haben sich die Partner folgende Zielgrößen gesetzt: 200 Schwerbehinderte sollen beraten, 100 offene Stellen akquiriert und ebenso viele schwerbehinderte Arbeitnehmer in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden. 500 Arbeitgeber sollen informiert und 100 vor Ort in den Betrieben beraten werden. Mit den vorliegenden Ergebnissen wurden zur Halbzeit die Ziele und Erwartungen übertroffen.

Insgesamt wurden 243 Arbeitgeber über die Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen informiert, davon 67 vor Ort in den Betrieben und Unternehmen beraten. Die Aufklärungsarbeit bei den Arbeitgebern und die intensive Beratungsarbeit mit den schwerbehinderten Menschen haben Früchte getragen – bereits 71 Personen konnten ein neues Arbeitsverhältnis aufnehmen. Hierbei kristallisierte sich schnell heraus, dass eine Vermittlung in Arbeit nicht vom Grad oder der Art der Schwerbehinderung abhängig ist. Die Vermittelten haben unterschiedliche Behinderungen: von Einschränkungen des Bewegungsapparates über Sinnesbehinderungen bis zu psychischen Behinderungen. Ganz im Sinne des Inklusionsgedankens wurden Menschen aufgrund ihrer Fähigkeiten eingestellt und nicht wegen ihren Einschränkungen abgelehnt. Die Erfahrung zeigt, dass Arbeitgeber unterschiedlicher Branchen in Stadt und Kreis Offenbach sowie in Frankfurt am Main dazu bereit sind, motivierte Bewerber kennenzulernen und einzustellen. Das Leistungsangebot „aus einer Hand“ wird von den Betrieben sehr dankbar angenommen. „Die Firmen wissen es zu schätzen, dass wir ihnen die Bewerber vermitteln, die auf den Arbeitsplatz und zum Betrieb passen und wir mit ALL INKLUSIV den administrativen Aufwand bei der Einstellung von Menschen mit Schwerbehinderung erledigen und damit für sie die Arbeit deutlich vereinfachen“, berichtet Alice Duda, Projektmitarbeiterin des dreiköpfigen LEBENSRÄUME-Teams.

Die Vielfalt an Informationen zu Fördermöglichkeiten eines Beschäftigungsverhältnisses sowie den Besonderheiten bei der Einstellung eines schwerbehinderten Menschen ist auf den ersten Blick undurchsichtig. Die Hürden scheinen groß. Viele Arbeitgeber sind mit der Thematik nicht vertraut. Derzeit muss noch aktiv auf sie zugegangen werden, um einige Fragezeichen zu beseitigen. Das ist bei den Arbeitnehmern nicht so. Sie melden sich überwiegend über unterschiedliche Zugangswege direkt beim Projekt und müssen nicht nur über die Projektpartner „zugewiesen“ werden – sie sind motiviert und wollen arbeiten. Ausgelegte Flyer und die Plakatwerbung hat sie auf das Programm aufmerksam werden lassen. Auch beim monatlichen Kooperationspartnertreffen und dem Treffen der Netzwerkpartner wird die Werbetrommel gerührt.

 

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01. September 2016

ALL INKLUSIV unterstützt „aus einer Hand“

Nachfolgender Artikel wurde im IHK-Magazin "Offenbacher Wirtschaft" in der Ausgabe 09/2016 gekürzt abgedruckt.

Firmen in Stadt und Kreis Offenbach, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen möchten, erhalten ab sofort individuelle Beratung und passgenaue Vermittlung „aus einer Hand“. Persönlich – kompetent – kostenlos. Das Angebot können auch arbeitslose Menschen mit Schwerbehinderung in Anspruch nehmen. Carsten SeligerArbeitnehmer müssen in der Region Offenbach wohnen, die Arbeitsstelle kann außerhalb liegen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) stellt mit dem „Programm der Bundesregierung zur intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen für die Teilhabe am Arbeitsleben“ deutschlandweit 50 Mio. Euro aus dem Ausgleichsfond bereit. In der Region Offenbach wird das Programm unter dem Projekttitel ALL INKLUSIV von der Lebensräume Rehabilitationsgesellschaft mbH mit den Partnern Pro Arbeit - Kreis Offenbach – AöR, der MainArbeit Kommunales Jobcenter Offenbach und der Agentur für Arbeit Offenbach im Zeitraum vom 1. August 2015 bis 31. Juli 2018 umgesetzt.

Im Fokus stehe
n die Arbeitgeber: ihre Bereitschaft zur Einstellung von schwerbehinderten Menschen soll signifikant erhöht werden. Arbeitnehmer mit Schwerbehinderung sind häufig gut qualifizierte und hochmotivierte Arbeitskräfte. Mit dem Projekt werden  die Beschäftigungschancen von schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Menschen nachhaltig verbessert.  Arbeitgeber und Arbeitssuchende erfolgreich zusammenzubringen, ist der Anspruch von ALL INKLUSIV.

Carsten Seliger (Bild), 26, schwerbehindert, seit 1. Oktober 2015 Mechatroniker beim Kfz-Meisterbetrieb SBS Autoservice GmbH in Dudenhofen mit 8 Mitarbeitern. „Büro und Werkstatt sind mein neues Zuhause. Alles mit Autos macht mir Spaß und ich kann mit Menschen“. Ein Jahr Arbeitslosigkeit und 97 Bewerbungen sind für ihn Vergangenheit – dank ALL INKLUSIV. Für Ralf Simon, 46, Mitinhaber der Autowerkstatt, ist es der zweite Beschäftigte mit einer Behinderung. „Ich gebe Menschen gerne eine Chance. Mit beiden klappt´ s prima. Sie lachen oft und sind mit Freude bei der Arbeit“. Stolz zeigt Simon, der für sein Leben gerne schraubt, an de
r Kundenannahme auf ein Zertifikat: Beste Autowerkstatt 2013. Top Ten Deutschland.

Die Unterstützungen von ALL INKLUSIV sind umfassend. Firmen erhalten kostenfrei das gesamte Paket für eine erfolgreiche Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung: Information, Beratung und passgenaue Vermittlung, Wissenswertes und Unterstützung zu Probebeschäftigung, Fördermöglichkeiten und Antragsverfahren sowie eine langfristige Begleitung – auf Wunsch auch vor Ort. Anruf oder Mail genügt. Schwerbehinderte Menschen werden bei der Stellenakquise unterstützt und können ein Trainee „on the job“ bei Pra
ktikum oder Probebeschäftigung in Anspruch nehmen.  Sie erhalten Infos zu behindertengerechter Arbeitsplatzausstattung und Begleitung am Arbeitsplatz.

ALL INKLUSIV ist erfolgreich: Seit August 2015 gab es zu 136 Arbeitgebern Kontakt, 40 davon wurden vor Ort in den Betrieben beraten. 123 schwerbehinderte Menschen nehmen zurzeit aktiv am Projekt teil, 33 Projektteilnehmer konnten bisher erfolgreich vermittelt werden. ALL INKLUSIV spricht sich rum: 8 Arbeitgeber haben sich mittlerweile gezielt im Projekt gemeldet und möchten schwerbehinderte Mitarbeiter einstellen.

Die Erfahrung bestätigt den Projektansatz: Schwerbehinderte Mitarbeiter sind mit ihrer Motivation und ihren Fähigkeiten ein Gewinn für Firmen und Kollegen. Machen Sie mit beim Projekt für mehr schwerbehinderte Menschen am Arbeitsplatz. Weil sie was können!

 

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10. Juni 2016

IHK diskutiert: Werkstatt oder Unternehmen?

Markus Weinbrenner, IHK-Hauptgeschäftsführer für Stadt und Kreis  Offenbach, nennt in seiner Eröffnungsrede drei Gründe für eine Beschäftigung von Menschen mit Behinderung: Fachkräftemangel, Innovation, Motivation. Eine zukunftsorientierte Personalpolitik müsse die Potentiale Behinderter im Blick haben, deren andere Sicht auf die Dinge als Innovationschance sehen und ihre Arbeitsmotivation und Verbundenheit mit dem Unternehmen als Wettbewerbsvorteil erkennen. Hier setzt auch das Projekt All inklusiv an.

Am 7. Juni 2016 ist der große Saal der IHK bei der Auftaktveranstaltung zum inklusiven Arbeitsmarkt mit 70 Teilnehmern und 6 Podiumsgästen gut gefüllt. Überall liegt Informationsmaterial bereit. Mitarbeiter in Institutionen und Eltern von behinderten Kindern bilden die größte Gruppe, Firmen sind noch spärlich vertreten. Sie reagierten noch zögerlich auf die Einstellung von Menschen mit Behinderung, so das Netzwerk Inklusion der Stadt Offenbach, das in Kooperation mit der vhs und der IHK eingeladen hatte. Vertreter von Offenbacher Firmen und aus Werkstätten sollten aus dem Alltag  berichten. HR-Journalist Andreas Winkel moderiert, fragt im Podium und Publikum nach konkreten Ergebnissen, auch, was die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen so schwierig macht.

Doris Lotze-Wessel vom Integrationsamt in Darmstadt nennt als vorrangiges Hindernis die Angst der Arbeitgeber, eingestellte Schwerbehinderte nicht mehr loszuwerden. Aufklärung über die Rechtslage und zu gesetzlichen Fördermöglichkeiten helfen da weiter. Eine erfolgreiche Einstellung hängt auch von der Art der Behinderung ab: geistig, körperlich oder psychisch. Thomas Grün, Stufenleiter der Fröbelschule für geistige Entwicklung, zeigt die erste Filmsequenz mit einer geistig behinderten Frau aus „Traumberufe“, die im Heizungskeller und Werkstatt ihre Hausmeisterkompetenzen demonstriert. Das Videoprojekt schaffte es unter die besten drei Beiträge für den Inklusionspreis 2015 des Hessischen Rundfunks. Der Wunsch nach einem Betriebspraktikum für den Traumberuf „Hausmeisterin“ blieb für die engagierte junge Frau bis heute unerfüllt. Das Thema geistige Behinderung bewegt auch die Eltern im Saal. Werkstattplatz oder Unternehmen? Bleibt bei einem Scheitern auf dem ersten Arbeitsmarkt die Tür zur Werkstatt für immer verschlossen? Gabriele Jansen, Reha-Beraterin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, sieht seitens des Gesetzgebers die Durchlässigkeit gegeben. Die Agentur für Arbeit, so Mila Cvrk von der Rehaabteilung, überprüft bei Veränderungen die Arbeitsfähigkeit, genehmigt bei Bedarf einen Werkstattplatz. Anwesende Eltern und AWO Geschäftsführer Thomas Ruff sprechen von hohen Hürden bei der Kostenbewilligung.

Kontrovers diskutiert werden die gezahlten Zuschüsse und Prämien an Firmen bei Minderleistungen des behinderten Arbeitnehmers. Für Dr. Stefan Höhl, verantwortlich für die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik bei der Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände, sind die Anforderungen der Arbeitgeber entscheidend, ordentliche Arbeit müsse geleistet werden, Prämien nützten da nichts. Eine Firmeninhaberin und Mutter eines behinderten Kindes berichtet von einem eingestellten schwerbehinderten Mitarbeiter, der 6 Wochen krankheitsbedingt ausgefallen sei, neben der Lohnfortzahlung zusätzlich eine Aushilfe habe bezahlt werden müssen. Von den Fördermöglichkeiten wusste sie nichts, eine Ausfallentschädigung wäre eine Entlastung gewesen. Joachim Rumpf, Teamleiter und Projektverantwortlicher bei der MainArbeit, erwähnt das neue dreijährige Angebot All inklusiv in Stadt und Kreis Offenbach. Mitarbeiter bieten einen Service „aus einer Hand“, Arbeitgeber erhalten Unterstützung durch den „Bürokratendschungel“, bei Bedarf vor Ort, so Katja Apel, verantwortliche Projektleiterin bei Lebensräume (unten im Bild mit ESSWERK Geschäftsführer Mike Gräf). Hilfen „aus einer Hand“ werden im Publikum von Firmen und Eltern ausdrücklich begrüßt.

Hans-Joachim Prassel, langjähriger Disability Manager beim HR, berichtet von einer Schwerbehindertenquote von 12 % beim Hessischen Rundfunk und betont die Wichtigkeit eines qualifizierten Ansprechpartners für Beratung und Aufklärung im Betrieb. Dazu wird an der Fortbildungsakademie der Wirtschaft in Köln zum Disability-Manager ausgebildet.
In Hessen sind 110.000 Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigt, 20.000 davon in der Privatwirtschaft. Prassl erwähnt auch, dass bei Schwerbehinderten vorrangig die Defizite und zu wenig die Fähigkeiten gesehen würden. Die Elterninitiative Gemeinsam Leben Frankfurt e.V.  stellt ihre drei Arbeitsbereiche Schulische Inklusion, Freizeit und Arbeit inklusive vor.

Geschäftsführer Thomas Ruff von den Werkstätten Hainbachtal erwähnt die individuell zugeschnittenen Fördermöglichkeiten und die berufliche Bildung für behinderte Menschen. Jeder bekomme das für ihn passende Angebot, auch Menschen mit geistigen Behinderungen. Ruff ist sich der Kritik an den Werkstätten bewusst, –von 715 Menschen mit Behinderung bei den Werkstätten Hainbachtal haben nur 51 einen Außenarbeitsplatz, z.B. in im Café Frieda, CAP- Supermarkt, Letter-Shop. Für ihn haben beschützende Einrichtungen dennoch oder gerade deswegen eine Existenzberechtigung. Arbeitnehmerechte und Grundsicherungsrente sind weitere Vorteile. Anwesende Eltern würden gerne ihre Kinder inklusiv in Firmen beschäftigt sehen. Wichtig ist ihnen aber auch, dass bei einem Scheitern der Weg in die Werkstatt weiterhin offen steht. Auch, dass Arbeitsplätze an die Profile Schwerbehinderter angepasst werden. „Sie haben Talente“, so eine Mutter.

Ralf Theissen und Dorothea Terpitz vom Netzwerk Inklusion nehmen als Erfahrung der  Auftaktveranstaltung drei Dinge mit: Es braucht eine Arbeitsteilung zwischen den Institutionen, zentrale Ansprechpartner und Aufklärungsarbeit. Das Netzwerk wird die Veranstaltungsreihe zu den Themen Wohnen (22.01.2017/Baumesse Offenbach) und Freizeit, Sport und Kultur (März 2017) fortsetzen. Am 14. September 2016 findet um 18:00 Uhr in der vhs Offenbach das „Gespräch mit Fachleuten“ statt.
Lesen Sie dazu auch den Presseartikel der Offenbach Post unter dem Titel „Nicht mehr als ein Praktikum“. Klicken Sie hier.

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25. April 2016

Netzwerkpartner erörtern Arbeitsmarktchancen Schwerbehinderter

Am 19. April 2016 fand das erste Netzwerkpartnertreffen zum Projekt All inklusiv bei Lebensräume in Offenbach statt. Anwesend waren sowohl Mitarbeiter aller Projektpartner als auch Netzwerkpartner von der Industrie und Handelskammer (IHK) in Offenbach, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), dem Landeswohlfahrtsverband (LWV) und der Handwerkskammer Frankfurt.

Die Lebensräume Mitarbeiterinnen Alice Duda und Ulrike Bohn präsentierten das Projekt anschaulich mit zwei Fallbeispielen. Es gelang ihnen, das Interesse der Gäste zu wecken und einen eifrigen Austausch über die jeweiligen Erfahrungen mit Arbeitgebern und schwerbehinderten Menschen herbeizuführen. Die Ergebnisse im Einzelnen:  

Team ALLINKLUSIVSonja Huhle, Betriebsberaterin von der Handwerkskammer, erklärte, dass in handwerklichen Berufen relativ geringes Interesse an Schwerbehinderten bestünde. „Es handelt sich häufig um sehr kleine Unternehmen, in denen alle Mitarbeiter sehr flexibel einsetzbar sein müssen.“ In der Praxis existierten jedoch unterschiedliche Arbeitskreise der verschiedenen Kammern. Hier sei das Thema präsent, die Betriebsberaterin werde das Projekt All inklusiv den Verantwortlichen vorstellen.

Auch bei der IHK gebe es sehr wenige Anfragen zu Schwerbehinderung erklärte Bernd Wiegand, Ausbildungsleiter bei der IHK Offenbach. Bei der IHK seien überwiegend große Unternehmen mit vielen Angestellten angesiedelt, eigene Mitarbeiter befassten sich mit dem Thema. Wiegand ist als Ausbildungsleiter häufig im Außendienst bei Unternehmen, er werde für All inklusiv werben. 

Doris Lotze-Wessel, LWV-Regionalmanagerin in Darmstadt, beschrieb, dass sich Firmen leider sehr häufig viel zu spät an das Integrationsamt wenden würden, um Fragen zu Schwerbehinderung, Arbeitsplatzausstattung und Vermeidung von Kündigungen zu stellen. „Meist werde der LWV erst hinzugezogen, wenn es um die Zustimmung zur Kündigung geht.“ Mit dem Integrationsfachdienst bei Lebensräume arbeite sie bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich zusammen. „Einige  Kündigungsverfahren konnten so verhindert werden.“ All inklusiv sieht die Regionalmanagerin als wertvollen Partner, der Arbeitgeber bei der Vermittlung Schwerbehinderter über Fördermöglichkeiten berate. „Beschäftigte haben so eine langfristige Perspektive im Unternehmen.“

Um interessierte Arbeitgeber zu akquirieren, äußerte Irmgard Hagel, Rechtsberaterin für Schwerbehinderte bei der GEW in Stadt und Kreis Offenbach, „Kontakt zur Wirtschaftsförderung im Rhein-Main-Gebiet aufzunehmen“. Hier werden Betriebe und Unternehmen zu allen Themen beraten werden“, sagt Hagel, die auch dem GEW-Kreisvorsitzendenteam angehört. Hagel werde das Projekt ebenfalls aktiv bewerben und bot insbesondere Hilfe zu Rechtsfragen an.

Beim Netzwerktreffen wurde auch deutlich, dass immer mehr Jobs in den Helferberufen wegfallen. Häufig sind diese durch schwerbehinderte Arbeitnehmer besetzt worden. Dies beobachten auch die regionalen Jobcenter und die Agentur für Arbeit in Offenbach. Dana Kempe, Teamleitung für den Bereich Service und Rehabilitation erklärte, „dass besonders in der Industrie immer mehr automatisiert wird und es immer weniger passende Arbeitsplätze gibt“. Im kaufmännischen Bereich  beobachtet Mila Cvrk, stellvertretende Teamleitung bei der Agentur, ein anderes Phänomen: „Hier ist die Konkurrenz einfach zu groß, Schwerbehinderte finden häufig keine Anstellung – auch wirkt sich eine lange Arbeitslosigkeit zusätzlich negativ aus.“

Im Treffen wurde betont, dass der Fokus des Projektes All inklusiv auf der Sensibilisierung der Arbeitgeber liegt, um so schwerbehinderten und gleichgestellten Menschen eine bessere Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben. Ziel ist es, mehr langfristige Arbeitsverhältnisse zu schaffen und Arbeitgeber von den Fähigkeiten Schwerbehinderter zu überzeugen. Gemeinsam wollen die Netzwerkpartner das Ziel zu erreichen und mit Flyer und Plakaten werben.

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10. März 2016

Arbeitgebern Mut machen

Drei Frauen engagieren sich seit 1. August 2015 bei Lebensräume mit Herzblut im dreijährigen Projekt „All inklusiv“ für neue Arbeitsplätze von schwerbehinderten Menschen. 100 Stellen sollen geschaffen, 500 Arbeitgeber kontaktiert werden.

Das Offenbacher Stadtmagazin "Mut & Liebe" stellt in der Ausgabe 18 vom 1. März 2016 unter dem Titelthema "Frauen in Offenbach" das Team von Lebensräume mit einem Interview vor. Zum Beitrag wurde eine Anzeige geschaltet. Nachfolgend Textauszüge, den Link zum vollständigen Artikel finden Sie unten.

Team ALLINKLUSIVKatja Apel, 42, ist im neuen Arbeitsmarktprojekt mitverantwortlich für die operative Ausführung bei Lebensräume. Bei dem Projekt sitzen die Partner Agentur für Arbeit, MainArbeit und Pro Arbeit am Tisch, bündeln ihre Kompetenzen und sind miteinander verzahnt. „Die Zahnräder greifen ineinander“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin und Soziologin mit Magisterabschluss. Zum ihrem Team gehören Ulrike Bohn und Alice Duda. (...)

Die Frauen haben Spaß an der Verschiedenheit ihrer Kunden, schätzen deren Motivation und Qualifikation, freuen sich mit ihnen auch über kleine Fortschritte. 100 Menschen nehmen bereits nach sechs Monaten am Projekt teil, 9 wurden erfolgreich vermittelt, 12 weitere in einen qualifizierten Praktikumsplatz. Das ist eine Steilvorlage für das Projektziel. (...)

Ein Baumarktleiter hatte Sorge, dass sich der schwerbehinderte Mitarbeiter bei der Lagerarbeit verletzen könnte. „Da können Sie sich 100 % auf uns verlassen, wir schicken nur Arbeitsfähige“, berichtet Alice Duda von ihrem Telefongespräch. Dieses Angebot wollte er dann doch nicht ausschlagen: „Kommen sie mit dem Kunden am Montag vorbei.“ Gesagt, getan. Nach einer viertägigen Arbeitserprobung folgte am Freitag der Arbeitsvertrag. (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

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22. Dezember 2015

Mehr Schwerbehinderte am Arbeitsplatz. Weil sie was können!

Ab sofort erhalten schwerbehinderte Menschen in Stadt und Kreis Offenbach sowie Firmen, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen möchten, individuelle Beratung und passgenaue Vermittlung „aus einer Hand“. Persönlich – kompetent – kostenlos.

All inklusiv ist ein neues Projekt zur Einstellung von schwerbehinderten Menschen.
Wir zeigen Ihnen Firmen und Unternehmen, die Menschen mit einer Schwerbehinderung erfolgreich beschäftigen und engagieren uns dafür, neue Betriebe zum Mitmachen zu gewinnen.

Schwerbehinderten Menschen, die trotz beruflicher Kompetenzen ohne Arbeit sind, eröffnen wir so Jobmöglichkeiten. Arbeitgeber und Arbeitssuchende erfolgreich zusammenzubringen, ist das Ziel von ALL INKLUSIV.

Wir sind überzeugt, dass schwerbehinderte Mitarbeiter mit ihrer Motivation und ihren Fähigkeiten ein Gewinn für Firmen und Kollegen sind. Machen Sie mit beim Projekt ALL INKLUSIV für mehr schwerbehinderte Menschen am Arbeitsplatz.
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